des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe "Lehrerarbeitszeit", Staatssekretär a. D. Dr. Lorenz Menz
21. Februar 2005
Abschließende Empfehlungder Arbeitsgruppe zur Lehrerarbeitszeit vorgelegt
Vorschläge für pragmatisches und praxisbezogenes Versuchsprogramm sollen Schulen mehr organisatorische und personelle Gestaltungsräume öffnen.
Die von Kultusministerin Dr. Annette Schavan im Oktober 2003 eingesetzte Experten- Kommission zur Neubeschreibung und Neubewertung der Lehrerarbeitszeit hat am Montag (21. Februar) nach der letzten Arbeitssitzung ihre abschließenden Vorschläge vorgelegt.
Bereits im September 2004 hatte die Arbeitsgruppe erste Empfehlungen gemacht. Die Vorgabe war, dass die Konzeption keine zusätzlichen Kosten mit sich bringen wird. Die entsprechende Änderung der Verwaltungsvorschrift befindet sich derzeit in der Anhörung.
Die Vorschläge gingen von einer Jahresarbeitszeit der Lehrkräfte von 1804 Stunden aus und beinhalteten unter anderem, dass die jeweiligen Deputate der Lehrkräfte von der Schulleitung durch Aufstockung oder Reduzierung um bis zu zwei Wochenstunden verändert werden kann.
Darüber hinaus gehend machte die Arbeitsgruppe heute den Vorschlag, Modelle zu schaffen, in denen neue Formen der Unterrichtsorganisation entwickelt und erprobt werden.
Der Vorsitzende der Kommission, Staatssekretär a. D. Dr. Lorenz Menz, erklärte: "Die Kommission schlägt dem Kultusministerium pragmatische und praxisnahe Modellversuche vor, die mehr Gestaltungsräume und eine größere Elastizität in der Einteilung der Arbeitsorganisation bedeutet und der Qualität der Schule dienen soll."
In verschiedenen Handlungsfeldern sollen dabei unter anderem die Unterrichtsorganisation und Zeitstrukturen verändert werden und über Teamarbeit und Arbeitsteilung die Arbeitskraft der Lehrerinnen und Lehrer wirkungsvoller verteilt und eingesetzt werden.
An bis zu 30 Schulen soll die Konzeption mit Beginn des kommenden Schuljahres erprobt werden. Es handelt sich dabei um ein offenes Programm, in das die Erfahrungen der Schulen einfließen sollen. Die Ergebnisse werden nach zwei Jahren ausgewertet.
Die Modellversuche werden vom Landesinstitut für Schulentwicklung fachlich begleitet.
"Ziel ist es, die Transparenz der Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern zu erhöhen, die Qualität der Arbeit zu steigern, die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen und einen gerechten Ausgleich der unterschiedlichen Belastung der Lehrkräfte möglich zu machen", so Lorenz Menz.